Barrierefreier Nahverkehr – immer noch kein Thema für Altlandsberg

25.01.2018 Stadtverordnetenversammlung
Wieder steht der Bericht des Bürgermeisters zur barrierefreien Infrastruktur in Altlandsberg auf der Tagesordnung. Und wieder fehlt der ÖPNV, für dessen Haltestellen die Kommune zuständig ist. Zu einer Prüfung aller Bushaltestellen erklärte sich die Stadt in 2014 bereit, laut Ortsvorsteher von Altlandsberg, sollte dies jedoch mit „Augenmaß“ geschehen.

Ob nun nur mit Augenmaß oder Zollstock, das Ergebnis einer Prüfung liegt bis heute, im Jahr 2018, nicht vor.

Es sind gesamt 20 Bushaltestellen in unserem Zuständigkeitsbereich, die nicht den notwendigen Anforderungen von Barrierefreiheit entsprechen. So ergab es meine Prüfung aller Bushaltestellen und dies mit Zollstock und Augenmaß.

Meinung des Bürgermeisters zur Stadtverordnetenversammlung:
” Wir können nicht von 0 auf 100″.  
Und die neugebaute Haltstelle sei ja gefördert und abgenommen worden, auch wenn sie nicht stufenlos zugänglich ist, noch die notwendige Bordhöhe ausreicht, um in einen barrierefreien Bus per Rolli zu gelangen.

Kleine Erinnerung, Barrierefreier Nahverkehr ist kein neues Thema, nach Grundgesetz der Bundesrepublik seit 1994 Pflicht!

Die Frage sei erlaubt, welche Prioritäten gelten in unserer Stadt?

  • Die freiwillige Aufgabe, eine historische Mauer für ca. 500.000 Euro Steuergeldern von „0 auf 100“  in diesem Jahr 2018 zu errichten oder
  • die menschenrechtsorientierte Pflichtaufgabe, innerhalb von  4 Jahren (31.12.2021) 20 Bushaltestellen barrierefrei umzubauen?

Margot Pietsch
Behindertenbeauftragte der Stadt Altlandsberg