Behindertenbeauftragte


Margot PietschMargot Pietsch

….. vor 69 Jahren fing mein Leben an, ich bin verheiratet, habe drei Kinder und bin fünfmal Großmama.

Als Baby erkrankte ich an Kinderlähmung. In Folge dessen musste ich als Kind oft Hänseleien wie Hexe Humpelbein und auch Gaffer verkraften, hatte jedoch Freunde, die mir halfen, mich teils tatkräftig zu wehren. Unsere Kinderspiele auf dem Hof gestalteten wir so, dass ich alles mitmachen konnte, den Begriff „Inklusion“ kannten wir nicht.

Meine berufliche Laufbahn war nicht spektakulär

Nach der POS (heute Realschulabschluss) Facharbeiter der Fernmeldetechnik, begonnen mit Telefonreparatur, aus zwei mach wenigstens eines, dann Prüf- und Messdienst. Mein Berufsende in der IT Technik der BVG.

Eine Karriere habe ich auch in der Politik nicht gemacht

Nach der Wende begann die Behindertenbewegung nach Ostberlin zu schwappen, da war ich dabei. Demos und Versammlungen die es so noch nie gab bei uns. Bald übernahm ich die betriebliche Schwerbehindertenvertretung in meiner Abteilung und war in diesem Gremium bis zum Renteneintritt tätig.

Altlandsberg 1997, uns verschlug die Notwendigkeit einer barrierefreien Wohnmöglichkeit hier her, da mein Mann immer mehr auf einen Rollstuhl angewiesen und entsprechende Wohnungen in Berlin keine familienfreundliche Größe hatten, so bauten wir uns halt ein Haus.

Altlandsberg hatte sich gemausert, vom grauen verfallenen Ort zu einem toll sanierten Städtchen. Doch bald mussten wir feststellen, dass alles was so schön historisch, schlecht oder gar nicht benutzbar ist für Menschen die nicht gut zu Fuß sind und meine „politische Karriere“ begann.

Erst als jahrelanger Einzelkämpfer, dann drei Jahre im Sprecherrat der BI, deren Akteure sich vehement für Barrierefreiheit einsetzten.
Nebenbei bin ich Sprecherin einer Selbsthilfegruppe in Berlin, die ich vor neun Jahren mit aufbaute und jetzt über 80 Mitglieder zählt. Eine Kontaktstelle für Betroffene hier im Landkreis MOL  gehört auch zu meinen Verpflichtungen.
Hier ein kleiner Einblick:  www.polio-selbsthilfe-berlin.de

Seit Mai 2014 bin ich behindertenpolitische Sprecherin der Wählergruppe „Aktiv & Offen“   und führe Begonnenes weiter,
auch als sachkundige Bürgerin im Fachausschuss Bildung, Jugend und Soziales sowie als Mitglied des Ortsbeirates vom Ortsteil Altlandsberg.

Zum 1. Mai 2017 wurde ich durch die Stadtverordnetenversammlung als Beauftragte der Stadt für die Belange der Menschen mit Behinderung benannt.

Kontakt: margot.pietsch[at]web.de

Juli 2017

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